Empfehlungen

Die persönlichen Empfehlungen stammen von unserer Jury
und geben – ob sie nun (oder nicht) mit unserer aktuellen Bestenliste korrespondieren –
einen Einblick in die Einschätzungen (und Vorlieben) der Jurymitglieder.

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Mai 2018
Thekla Jahn, Köln

Christina Lux: Leise Bilder

Wenn leise Bilder laut werden und harte Töne weich, dann hört man Christina Lux. Nichts charakterisiert ihr neues Album so gut wie der Refrain ihres Titelsongs: »Leise Bilder«. Die ebenso großartige wie bescheidene Musikerin schleift das Vordergründige, das laut Lärmende und dringt in tiefere Schichten vor, deren Essenz sie ans Licht holt. Auf ihrem neuen Werk kommt sie ganz ohne englische Texte aus. Sie hat nicht nur den Mut, sich mit deutschen Versen verletzlich zu machen, sondern auch den Groove der deutschen Sprache gefunden. Mit ihrer leichten, schwebenden Artikulation und einem coolen, am Jazz orientierten Timing verbreiten ihre luftig arrangierten Songs eine entspannte Atmosphäre.

Für einige Songs hat sich Christina Lux namhafte Weggefährten eingeladen. Der Jazztrompeter Joo Kraus bereichert den Song »Wege« mit seiner Flügelhornimpovisation. Rockgitarrist Stoppok ist mit einer 12saitigen Gitarre auf »Meer« zu hören, und jeweils für ein Stück dabei sind auch Sänger und Musikproduzent Laith al Deen und die Gitarristen Markus Segschneider und Dennis Hormes. Alle haben sich auf “Leise Bilder“ eingelassen, auf den speziellen Christina Lux Stil, und setzen nur kleine Farbtupfer im Gesamtarrangement.

„Musik zu beherrschen, ist mir gar nicht so wichtig“, hat Christina Lux einmal gesagt. Vielleicht ist sie gerade deshalb so gut und bei Musikerkollegen beliebt. Nie wirkt sie angespannt, sondern ganz bei sich: sanft und präzise. Christina Lux ist die coole Vertreterin des deutschen Songwriter-Jazz und für mich eine der besten Liedermacherinnen der Republik. »Leise Bilder« macht das einmal mehr deutlich: Als Sängerin ist sie so intonationssicher wie kaum eine andere, als Gitarristin ist sie einfallsreich und pointiert, was nicht minder für ihre Texte gilt. Sie liebt lautmalerische Worte und zarte, poetische Bilder, bei denen es sich lohnt genauer hinzuhören. Auf dem neuen Album singt sie vom Losfliegen und Heimkommen, von Liebe, Verlust und Mut auf der Reise durchs Leben, vorbei an den Untiefen, dorthin, „wo noch zählt, dass du ein Mensch bist, der ein Herz hat, das noch sieht, wenn einer fällt.“


Weitere Informationen:
www.christinalux.de

India Records

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