Panta rhei, lautete eine Weisheit der alten Griechen. Alles fließt, heißt das übersetzt, und gemeint ist damit, dass sich alles Leben in ständigem Fluss, in ständiger Bewegung befindet. Vergeblich wäre es, sich diesem Fortschreiten und Vorwärtsdrängen entgegenzustemmen, vielmehr gilt es, das ewige Werden kreativ zu gestalten.
Symbolisch für die Kraft der Veränderung steht das Lebenselixier Wasser. Ihm haben vier Schweizer Musiker und ein Visionär ein wunderschönes Kunstwerk gewidmet, das wie eine CD daherkommt, jedoch durch die Bilder des Fotografen und Multivisions-Spezialisten Jost von Allmen (zu finden im Booklet, aber auch im Internet unter www.taecha.ch) noch etwas mehr ist als bloß eine Tonkonserve.
Tächa nennen sich die fünf Herren aus dem Berner Oberland - was im Zungenschlag ihrer Heimat "Alpendohle" bedeutet. Ein weiteres Element spielt im Kosmos von Tächa also eine wichtige Rolle: die Luft. In der Tat hat Ueli von Allmen, seines Zeichens Sänger, Gitarrist, Perkussionist der Gruppe, sich einst im Gleitschirmfliegen versucht und auf Anregung seines Fluglehrers ein Lied über die Tächa geschrieben.
Luft und Wasser, weiter Raum und geschmeidige Bewegung: In den Stücken der Band kommt dies aufs Harmonischste zusammen. Ueli von Allmen, Peter Bruhin, Schwyzerörgeli und Streichpsalter, Stefan Dorner, Piano, und Thomas Kupper, Kontrabass, sehen die Musik nicht als zweitrangiges Beiwerk zu ihren poetischen, leider für Nicht-Älpler oftmals schwer verständlichen Texten. Die vier nähern sich vielmehr mit großem instrumentalem Geschick, mit phantasievollen Klangbildern der Faszination des Wassers.
Ist das Lied "Im Seich wägedäm", das von der Jury bereits in die Liederbestenliste gewählt wurde, ein echter Song mit komödiantischen Zügen, so stellt "Tropf im Lavabo" ein besonders feines Beispiel dar für die Fähigkeit der Gruppe, Klänge zu malen. Das beginnt mit jenem so leisen wie unüberhörbaren Tropfen aus dem Wasserhahn, das sich bekanntlich zur wahren Folter für den Schlafwilligen auswachsen kann, und setzt sich fort mit Quellwasser, Regenwasser, Schmelzwasser, Spülwasser, Teewasser, Hochwasser, Grundwasser ... und damit noch nicht genug. Aber keine Folter, versprochen, sondern ein mitreißendes Hörvergnügen.
Übrigens: Von jeder verkauften "Wasser"-CD geht ein Schweizer Franken an das Hilfswerk der Evengelischen Kirchen Schweiz (HEKS), das damit weltweite Wasserentwicklungsprojekte unterstützt.
Persönliche Empfehlung im Mai 2004: Matthias Inhoffen , Stuttgart Text: Ueli von Allmen - Musik: Tächa Sound Service - www.soundservice.ch |