Wer kennt sie nicht - die Zeitgenossen, die mit stereotypen „Erkenntnis“-Floskeln wie z. B. „Genau!“ oder „Sag’ ich doch!“ jede Diskussion abwürgen und jeden Gesprächspartner zum Schweigen bringen. Einer alpenländischen Ausprägung dieser Spezies hat sich Danny Dziuk, Sänger, Songwriter, Gitarrist, Pianist und Chef der Band Dziuks Küche, auf satirische und kongeniale musikalische Art und Weise angenommen. Er hat an „Dziuks Küche“ dazu eigens einen „Südbalkon“ angebaut. Konkret: Das Lied „Jaja, des iss ja des!“ befindet sich zwar auf der CD Dziuks Küche Live im Quasimodo (Berlin), ist aber weder Bestandteil dieses Konzerts noch wird es von der bekannten Formation Dziuks Küche gespielt. Es ist einer von zwei Bonustracks, die Danny Dziuk mit den bayerischen Musikern Georg Spindler (Bass) und Köpf (Mandoline) sowie dem Gastmusiker Wolf Wolff (Percussion) eingespielt hat. Zusammen sind sie Dziuks Südbalkon.
Ort der Liveaufnahme mit akustischen Instrumenten: das Wohnzimmer von Dziuks Freund und Kollegen Stefan Stoppok am Ammersee. Stoppok selbst war es auch, der die Aufnahme gemacht und den Kontakt zu den bayerischen Musikern hergestellt hat und damit so eine Art Geburtshelfer war für Dziuks Südbalkon mit adäquter Folk-Ausstattung. Eine eingängige Melodie mit ansteckend treibendem Rhythmus, ein kabarettistisch anmutender Text, zweistimmiger bayerisch gefärbter Refrain-Gesang und dazu Dziuks sympathisch schnoddrige Stimme - das alles macht „Jaja, des iss ja des!“ zu einem „Ohrwurm“, den man gleich mitsingen möchte. Und schließlich belegt die witzig-pointierte Story vom Typen, „der mit einem einzigen Spruch durch’s Leben kommt“, dass Dziuk nicht nur ein exzellenter Musiker ist, sondern zugleich auch ein Satiriker von Format. „Ich schreibe viel - unterwegs, überall! Ich habe immer Notizbücher dabei. Es kann ein Wort sein, was irgendjemand sagt“ - so Dziuk über seine Arbeitsweise als Texter.
Seine Technik, dem Volk aufs Maul zu schauen und das Gehörte zur satirischen Pointe zu verarbeiten, erinnert dabei ein wenig an die Arbeitsweise eines Künstlers, der diese Technik auf einem ganz anderen Terrain, dem des literarischen Kabaretts, zur Perfektion brachte und der wie Danny Dziuk in Moers am linken Niederrhein geboren wurde: Hanns Dieter Hüsch.
Empfohlen von Karl-Heinz Schmieding, Saarbrücken |