Diese Empfehlung mag manch einen überraschen. Die 17 Hippies – eine Weltmusikband im besten Sinne des Wortes als besondere Empfehlung der Liederbestenliste!?
Tatsächlich gibt es auf dem neuen Album der Berliner Band nur zwei Lieder mit deutschem Text, dazu ein Text in süd-hessischem Dialekt sowie Songs, Tänze und sogar ein französisches Chanson. Aber vielleicht ist es gerade dieses abwechslungsreiche und nie beliebige Spiel mit Musikstilen und Sprachen, das diese CD besonders empfehlenswert macht. In jedem Stück ist Musizier- und Lebensfreude zu spüren. Selbst wenn leise und nachdenkliche Töne angeschlagen werden. Aber los geht es mit orientalisch gefärbter Countrymusik. Im Opener „Uz“ wird uns gleich gesagt, dass wir uns bewegen, unsern Hintern hoch bekommen sollen. Lass dich nur ja nicht verarschen, soll Uz wohl bedeuten. Aber das muss man als Nicht-Südhesse im Booklet nachlesen. Denn wohl nur die langjährigen Bewohner dieses Landstriches dürften den Text rein akustisch verstehen.
Anders beim nachfolgenden „Adieu“. Ein sanft gesungenes Lebewohl, das anrührt ohne auch nur einen Moment kitschig zu klingen. Danach erklingt Cajun mit Gitarre, Banjo, Bläsern und Akkordeon bevor uns eine Klarinette im Instrumentalstück „La Zona drom“ in eine Klezmer-Atmosphäre versetzt, die bald den Balkan mit Bollywood zu vereinen scheint.
Und weiter geht die Reise nach Mexiko, Moldavien, Kuba oder Rumänien. Die 17 Hippies begeistern sicher nicht nur wegen des fast klassischen Chansons „Solitaire“ seit Jahren auch das Publikum im französischen Sprachraum. Übrigens Solitaire ist das hier als Patience bekannte Kartenspiel, bei dem in diesem Fall die Herzdame am Ende ihren Pikkönig findet. Die Einsame (Solitaire) kommt mit Geduld (Patience) an ihr Ziel.
Doch schon geht es mit Humor weiter im nächsten deutschsprachigen Lied „Stern am Ende der Welt“. Aus dem Zimmer im Berliner Hinterhof zieht es den Sänger in die weite Welt. Lass die Leinen los und begleiten wir die 13 Musiker(innen) der 17 Hippies. Die Reise lohnt sich. Die persönliche Empfehlung CD – Mai 2009 Hipster Records (www.17hippies.de) |