„Für mich stand im Vordergrund Zeit die vergeht. Was gibt es für Möglichkeiten, die Zeit aufzuhalten?“, beschreibt Bandmitglied Tobias Siebert im Berliner Radio Eins die Intention des Songs. In „Wir ziehen die Zeit“, erschienen im März 2009 auf dem klanglich wie visuell opulent gestalteten Album Vom Feuer der Gaben auf dem kleinen Berliner Independent-Label Loob Musik, beschwören Klez.e den Zauber der Vergänglichkeit. Auch Enttäuschung schwingt mit, Aufbegehren gegen die Endlichkeit des perfekten Augenblicks, gegen das unerbittliche Vergehen der Zeit: „Ist das alles? / der schönste Moment / der beginnt und gleich wieder trennt“. Die Berliner Band Klez.e um Studiobetreiber Tobias Siebert schöpft aus den Vollen: ein für eine deutsche Produktion ungewöhnlich voller, großer Sound, dicke Gitarrenteppiche, intensive, klagende Melodie und dazu deutsche Texte mit dem Mut zur Ernsthaftigkeit, die sich dennoch nicht bis ins Detail erklären muss. Wann hat es das zuletzt gegeben? Ihren Namen erhielt die Band Klez.e von einem Computervirus und tatsächlich liefern Tobias Siebert, Patrick Vollperg, Filip Pampuch, Daniel Moheit und Christian Schöfer einen Befindlichkeits-Soundtrack ab, der so schnell nicht mehr von der inneren musikalischen Festplatte zu löschen ist. Die hier schreibende Hörerin hat übrigens getan wie vom Erzeuger empfohlen („Man muss die Songs erfühlen und nicht versuchen zu verstehen“), und ist der Meinung, dass es um nichts weniger als das ganz große Glück geht. Das Leben ist kein Irrtum, solange es solche Musik gibt.
Die persönliche Empfehlung Lied – August 2009 Empfohlen von: Eva Kiltz, Berlin Auf: Klez.e – Vom Feuer der Gaben Loob Musik (www.loobmusik.de) |