Liederbestenliste


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Im Februar

Spitzenreiter der 
Liederbestenliste

Konstantin Wecker

Konstantin Wecker – Absurdistan
auf: Wut und Zärtlichkeit
Sturm & Klang (www.wecker.de)


CD des Monats


Felix Meyer – Erste Liebe, letzter Tanz
105 Music (www.105music.com)


Empfehlung Lied


Toni Kater – Venedig
Auf: Toni Kater – Sie fiel vom Himmel
Solaris Empire/Broken Silence (www.solaris-empire.de)


Empfehlung CD


Betancor – Kein Island
Kurtmusik/Popappeal (www.betancor.de)

Erika Puhar beim Liederfest 2008 in Wien

Freitag 10 Oktober 2008

Biografie: Erika Pluhar

Nach ihrem Abitur studierte Erika Pluhar am Max-Reinhardt-Seminar in Wien Schauspiel und war seit ihrem 20. Lebensjahr bis 1999 ständiges Mitglied des Wiener Burgtheaters. Sie wurde später durch Film und Fernsehen im gesamten deutschsprachigen Raum bekannt. Ihre Laufbahn als Sängerin setzte während der Ehe mit André Heller ein und war vorerst nur interpretatorischer Natur. Allmählich ging sie dazu über, die Texte ihrer Lieder selbst zu schreiben. Dies ging  Hand in Hand mit ihrer sich immer intensiver entwickelnden belletristischen schreibenden Arbeit, die zu mehreren Veröffentlichungen führte. Heute sind ihre eigenen Liedtexte nahezu Voraussetzung ihrer musikalischen Bühnen und Tonträgerarbeit geworden, Inhalt und Interpretation verbinden sich auf authentische Weise.

Ebenfalls bestimmend für ihren eigenwilligen musikalischen Weg waren die Begegnung und Zusammenarbeit mit den Musikern Antonio V. D`Almeida und Peter Marinoff, mit denen sie über zehn Jahre lang ein ständiges TRIO bildete. Nach dem plötzlichen Tod des gebürtigen Bulgaren Peter Marinoff, der als Gitarrist in Wien gelebt hatte, arbeitete sie mit dem portugiesischen Pianisten und Komponisten ANTONIO V. D`ALMEIDA weiter - bis heute ein intensives Zusammenspiel. Seine unerhörte musikalische Kompetenz und Virtuosität - die eines Musikers, der sein Klavierstudium an der Wiener Musikhochschule absolviert hat und dessen kompositorisches Werk der klassischen Moderne angehört - lassen die sogenannte „leichte" Musik, die sie beide betreiben, nie ins Seichte absinken. Stimme und Instrument gehen kammermusikalisch aufeinander ein.

In den letzten Jahren hat sich für Erika Pluhar unverhofft eine neue musikalische Zusammenarbeit ergeben, die sich auf schönste Weise und anhaltend intensiviert. Der junge österreichische Gitarrist KLAUS TRABITSCH wurde ihr ein musikalischer Partner, mit dem sich trotz des Altersunterschiedes und der verschiedenartigen musikalischen Wurzeln eine kongeniale Bühnen- und Studioarbeit herauskristallisiert hat. Vielleicht sind es genau diese Unterschiedlichkeit und ein gemeinsamer musikalischer Atem, die solches bewirken. Klaus Trabitsch wird mehr und mehr eine unüberhörbare musikalische Stimme in Österreich, obwohl er sich als Komponist und Instrumentalist keiner gängigen, trendgemäßen Richtung anschließt. Auch in diesem Punkt gibt es zwischen ihm und Erika Pluhar tiefe Einhelligkeit. Im Erschaffen ihres gemeinsamen Liedwerkes – sämtliche Texte von Erika Pluhar, die Kompositionen zum größten Teil von Klaus Trabitsch - sind sie in keiner Weise einzuordnen oder zu etikettieren. Da entsteht weder das „Chancon" altgewohnt - wehleidiger Art, noch Pop. Da können die Lieder sich teilweise sogar im Randgebiet kammermusikalischer Klassik aufhalten, und deftig bis zum Wienerisch-Volksliedhaften herüberrreichen. In der Zusammenarbeit mit vier weiteren exzellenten Musikern ergab sich als Folge einer CD-Erarbeitung eine so innige musikalische Übereinstimmung, dass das von ihnen so benannte KLAUS-TRABITSCH-ENSEMBLE daraus hervorging, mit dem Erika Pluhar ebenfalls vermehrt konzertiert.

Die Schauspielerin Erika Pluhar wurde mehr und mehr zur Autorin, in den Konzerten und Lesungen aus dem eigenen Werk manifestiert sich diese Überschneidung ihrer Professionen sehr deutlich. In ihren Büchern ist sie jedoch nur noch Autorin. Ihr Interesse an menschlichen Vorgängen, das sie einst in die Schauspielerei trieb, ist wohl auch Triebfeder ihres Schreibens.

Zur ersten Buchveröffentlichung kam es 1980 in der Reihe „Neue Frau" bei Rowohlt. „Aus Tagebüchern" hieß das Taschenbuch, und es enthielt auch eine authentische Auswahl aus Erika Pluhars Tagebüchern (von der Herausgeberin Angela Praesent, in Übereinstimmung mit der Autorin, getroffen.) Dieses Buch verkaufte weit mehr als 100.000 Exemplare, und blieb bis zur Einstellung dieser Reihe, 1999, im Programm. - Bei Rowohlt erschienen auch zwei Lieder-Bücher – „Lieder und ihre Geschichten" und „Lieder".
Ende der Achtziger schrieb Erika Pluhar ihren ersten Roman, den sie „Als gehörte eins zum anderen. Eine Geschichte" benannte. Er erschien 1991 bei Überreuther in Wien und wurde (vor allem von Sigrit Löffler in der Zeitschrift „Profil") so überdimensional und vehement verrissen, daß er ebenfalls zu einem Verkaufserfolg mit über 100.000 Exemplaren geriet. - Überreuther brachte auch noch den Band „Zwischen die Horizonte geschrieben. Lieder, Lyrik, kleine Prosa" heraus.

Nach dem Tod ihrer Freundin Marisa Mell, deren Sterben in einem Wiener Krankenhaus sie zum Teil begleitet und miterlebt hatte, entstand „Marisa. Rückblenden auf eine Freundschaft." Mit diesem Manuskript blieb Erika Pluhar längere Zeit auf der Suche nach einem Verlag, bis der damalige Verlagsdirektor von Hoffmann und Campe, Lothar Menne, spontan zugriff. Es war der Ostermontag 1995 - erinnert sich Erika Pluhar - als er sie persönlich anrief und „Mir gefällt Ihr Buch, ich will es machen" sagte. Seither hat Erika Pluhar bei Hoffmann und Campe eine Reihe von Büchern herausgebracht. 1997 erschien „Am Ende des Gartens. Erinnerungen an eine Jugend", ein Buch, das von Krieg und Nachkriegszeit, ihrer Kindheit, Mädchenzeit und jungem Frausein erzählt, symptomatisch für viele Frauen ihrer Generation. Danach wandte sie sich aus den autobiographischen Bezügen in die reine Erfindung und Fiktion. Der Roman, der dabei entstand, trägt auch den bezeichnenden Titel „Matildas Erfindungen" , und erschien im Frühjahr 1999.

Ein Jahr später folgte „Der Fisch lernt fliegen. Unterwegs durch die Jahre", eine chronologische Sammlung von Briefen, Essays, Artikeln, Projekten, Statements, usw. aus den letzten 20 Jahren. Aus dem Blickwinkel einer künstlerisch tätigen Frau, die ihrem öffentlichen Leben mehr und mehr mit Verantwortlichkeit begegnete, entstand so ein Zeitbild und kulturpolitisches Dokument. 2001 erschien der Dialog-Roman „Verzeihen Sie, ist das hier schon die Endstation?“ und wurde für den Verlag das bisher erfolgreichste Buch der Autorin.  Werner Schneyder, Freund und von ihr hochgeachteter Zeitgenosse, bearbeitete dieses Buch später für die Bühne. Im Oktober 2004 hoben er und Erika Pluhar das Zweipersonenstück gemeinsam aus der Taufe, und werden es wohl noch einige Zeit lang an diversen Bühnen spielen.

Davor aber (2003) erschien noch Erika Pluhars Roman „Die Wahl“. Politik ist ein Thema des Buches, eingewoben in die Geschichte zweier Frauen, Mutter und Tochter. Und es geht um die Frage der richtigen Wahl im privaten wie im öffentlichen Leben, und um Verantwortung - für die Geschicke eines Landes ebenso, wie für das Gelingen einer Liebe. 2004 brachte Hoffmann und Campe zum 65. Geburtstag der Autorin einen ungewöhnlichen  Bildband heraus: drei mit ihr befreundete Fotografinnen - Christine de Grancy, Alisa Douer, Evelin Frerk - und deren unterschiedlicher fotografischer Blick auf ein und dieselbe Frau bestimmen dieses „Bilderbuch“ (so der Titel). Es enthält auch Lyrik der Autorin und bislang unveröffentlichte Passagen aus ihren Tagebüchern. Über zwei Jahre schrieb Erika Pluhar an ihrem neuen Roman „Reich der Verluste“. Mit diesem Buch wird sie auch den Verlag wechseln, es erscheint im Herbst 2005 bei DuMont Literatur.   
 
 (entnommen der Website www.erikapluhar.com)


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