„Stubenmusi ist die beste Empfängnisverhütung“, diesen Ratschlag gaben die Eltern Well ihren Töchtern mit auf den Weg. Na ja, sie müssen es ja wissen, immerhin brachte es die Musikantenfamilie auf 17 Kinder. Drei der Söhne beobachten und kommentieren das Zeitgeschehen als Biermösl Blosn, da wollten die Schwestern nicht nachstehen und sind seit 20 Jahren als Wellküren unterwegs: Moni, Burgl und seit einem Jahr Bärbl als dritte Frau an Hackbrett, Harmonika, Saxophon und natürlich als dritte Stimme im wie immer perfekten Dreigesang.
Zum Jubiläum legen die Wellküren ein Livealbum vor mit dem urbayerischen Titel Forever. Ein Lied (oder Song) in dem folgende Fragen beantwortet werden: Wie lang soll die deutsch-amerikanische Freundschaft noch bestehen, wie lange bleiben die Amerikaner noch im Persischen Golf und wie lange bleibt Edmund Stoiber noch Ministerpräsident in Bayern; da braucht es nicht vieler Worte, eines - unzählige Mal wiederholt - reicht, „Forever“, das übrigens sehr textsicher vorgetragen wird. Dem folgt dann noch die Liebeserklärung an die weißblaue boarische Heimat. Und ihre 87-jährige Mutter darf auf der Zither bei der Zugabe die Töchter begleiten.
Zuvor bekommen schwergewichtige und internetsüchtige Männer ihr Fett weg, bewerben die drei sich mit ihrem Hungerhit für den Grand Prix Eurovision, und wenn es für den Sohn rein intellektuell schon nicht zur Karriere als Fußballstar reicht, dann langt es immer noch zur Karriere bei der Hypobank. Mit dem Dreschflegel würden sie am liebsten die Minister Seehofer und Schnappauf, Otti Fischer, den Bischof von Regensburg und Mister President Doubleyou bearbeiten.
Was die drei Well-Schestern hier bieten, ist köstliches Musikkabarett, das auch nördlich der Mainlinie verstanden werden kann, zumal die Texte im Booklet abgedruckt sind.
Empfohlen von Hans Reul, Eupen |