Black oder, wie er neuerdings und noch ein wenig gewöhnungsbedürftig heißt, „Der Black“ aus dem legendären Duo Schobert & Black ist wieder da. In den Siebzigerjahren feierte der Liedermacher, bürgerlich: Lothar Lechleiter, zusammen mit Wolfgang „Schobert“ Schulz spektakuläre Erfolge. Das Programm des Duos: gesellschaftskritische und politische Lieder ebenso wie die Gattungen des „Höheren Blödsinns“: Nonsens-Songs, vertonte Limericks und Klapphornverse. 1985 trennten sich die beiden Künstler voneinander. Im Jahre 1992 starb Schobert. Black hat nunmehr, nach langen Jahren der Zurückgezogenheit, in denen er aber hin und wieder Liveauftritte absolvierte, seine erste Solo-CD herausgebracht. Das Eröffnungslied mit dem programmatischen Titel „Grundsätzliches“ stammt, wie die meisten Lieder dieser CD, aus der Feder des ehemaligen Rundfunkjournalisten Pit Klein, mit dem Black bereits vor einigen Jahren ein viel beachtetes Fritz Graßhoff-Album veröffentlicht hat. Der bissig-satirische Song ist eine Art neoliberales „Abendgebet“ bundesrepublikanischer Selbstgerechtigkeit und Gleichgültigkeit gegenüber den brennenden Problemen dieser Welt. Traditionelle Gebetsformeln und Kirchenlieder-Zitate, in harten Kontrast gesetzt zur zynischen Realität, verleihen dem Lied seine besondere satirische Schärfe: „Komm Heilger Geist, kehr bei uns ein/ und trink ein gut Glas Aldi-Wein./ Die halbe Welt hat nichts zu fressen,/das liegt in unseren Intressen.“ Das böse Erwachen für uns alle, auch für die unverbesserlichen Interventionsstrategen mit Atomschlag-Optionen, wird nicht auf sich warten lassen: „Was machen wir an mayday zwei?“ Mit politisch-satirischen Songs wie diesem bleibt Black der aufklärerischen Liedtradition treu – kongenial unterstützt von seinem künstlerischen Partner Pit Klein. Der Titel „Grundsätzliches“ ist sicher die treffendste der gesungenen Satiren auf unsere schöne neue Shareholder-Value-Welt, wobei der virtuose Gitarrist Adax Dörsam, der auch fürs Arrangement verantwortlich zeichnet, einen ganz wesentlichen Anteil am Gelingen dieses Songs hat. Und noch eines: Blacks schöne und klare Gesangsstimme – sie kommt seiner parodistischen Vorliebe für die liturgische Floskel in besonderer Weise entgegen – hat in all den Jahren nichts von ihrem viel gerühmten Glanz verloren.
Der Black – Grundsätzliches Auf: Der Black – Meschugge Conträr Musik (www.contraermusik.de) Empfohlen von Karl-Heinz Schmieding, Saarbrücken |