„Und da ist es nun doch der 7. Oktober geworden. Wir sind wirklich stolz und glücklich, vor allem stolz, dass wir nach der langen Arbeitsphase – immerhin seit April 2010 – endlich ein Album auf dem Markt platzieren konnten …“ Das schreibt Haase, Christian Haase am 7.Oktober 2011, dem Tag der Veröffentlichung des nagelneuen 5. Albums auf seiner Website. Der 7.Oktober – Zufall? Oder will er damit doch etwas „sagen“? Immerhin hat der Leipziger seine Kindheit in einem Land verbracht, das an einem 7. Oktober gegründet wurde und seit 1990 nicht mehr existiert. Er war damals zwar wirklich noch ziemlich klein und doch scheint mir ab und an ein Stück weit DDR-Lebensweise durchzuklingen. In „Benzin im Kopf“ singt er: „Weißt du noch, wir diskutierten heiß die Politik im Freundeskreis. Keiner von uns war ein Held, doch hat sich´s jeder vom andern vorgestellt.“ Oder in „Mittendrin“: „Wir sind immer mittendrin, und wir sind dabei. Wir sind immer zwischendrin. Aber wir sind dabei.“
Mit zwölf Jahren hat Haase angefangen, eigene Lieder zu schreiben, nachdem er drei Jahre zuvor zur Gitarre gefunden hatte, weil seine Mutter wollte, dass er ihr „Sag mir, wo die Blumen sind“ vorspielt. Seitdem ist viel passiert, seine erste – wie er sagt – Kapelle The Coloured Carrots“ (O-Ton Haase: „Das passt gut zu Haase.“) ist längst passé, und er hat allein seit 1995 rund 200 Songs geschrieben.
Elf sind jetzt auf Die besseren Zeiten zu hören – einem Album voller kraftvoller Rocksongs, schnörkellos und geradlinig, alle getextet und komponiert vom Protagonisten Christian Haase. Das vorliegende Werk ist das Ergebnis eines zweiten Anlaufs. Zu Jahresbeginn bereits fertig gestellt, war es die nicht ganz leichte Entscheidung von Haase und der kompletten Band (Tina Powileit am Schlagzeug, Daniela Schwabe am Bass und René Schostak an der Gitarre; hinzu kommt in Titel 8 und 11 das Saxophon von Reiner Hess), damit noch einmal von vorn zu beginnen. An den Reglern saß René Schostak, der zusammen mit Tommy Remm (u. a. Silbermond, Texas Lightning oder Mark Terenzi) ein rundes, knackiges und durchweg gut hörbares Werk produziert hat.
Ich finde, mehrere der Songs haben das Zeug, Hits zu werden. „Trotz“ dichter Texte. M e i n e sind „Leben zum Fressen gern“, „Mittendrin“ und „Fledermäuse“. Und Ihre? Die persönliche Empfehlung CD – November 2011 Haase & Band – Die besseren Zeiten SPV Records (www.spv.de) Empfohlen von Petra Schwarz, Berlin |